Sunday, March 19, 2006

pizza in der u-bahn

freitag ist mir eine sehr nette episode passiert, die ich festhalten will.
zeitplanmäßig etwas vollgepackt bin ich mittags ohne bis zu diesem zeitpunkt irgendwas gegessen zu haben (im gerichtssaal hat mein magen vernehmlich geknurrt. zum glück war die zu diesem zeitpunkt angehörte zeugin schwerhörig, so dass der richter sehr laut geredet und mein knurren weitgehend übertönt hat) aus dem haus gestürzt. auf dem weg zur u-bahn habe ich mir dann in der maßenstraße bei meiner aktuellen lieblingspizzeria drei verschiedene minipizzen geholt, lammsalami, rucola und champion. die wurden mir in einen großen pizzakarton verpackt mitgegeben. die lammsalami hatte ich verputzt bis die u-bahn kam. aber da meine u-bahnfahrt bis alexanderpaltz gehen sollte, hatte ich keine lust erst ort weiterzuessen. da wär ja alles kalt geworden. also setzte ich mich in die bahn, mit dem pizzakarton auf den knien. etwas komisch kam es mir schon vor hier einfach loszuessen. daher kam dann wohl auch meine entschuldigung zu der dame neben mir "tut mir leid, ich muss ihnen leider etwas voressen". die sah mich erstaunt an und fragte "habe ich so hungrig geguckt?" meiner antwort darauf erinnere ich mich nicht mehr genau, aber in diesem moment kam mir ein gedanke. ich war schon von der ersten pizza recht gut gesättigt und hätte mir mit dem noch verbleibenden zwei allein womöglich wirklich schwer getan. daher fragte ich die dame (gutbürgerlich um die fünfzig) einfach, ob sie denn ein stück abhaben wolle, da meine augen etwas größer gewesen seien, als mein magen, "vielleicht ein stück champion?" zu meinem großen erstaunen zögerte sie nur kurz und nahm mein angebot dann an. ich fand's super. sie lobte die qualität der pizza, ich stimmte ihr zu und wir waren wohl beide recht erstaunt über die situation. etwas später hielt sie es dann doch noch für notwendig zu fragen, was ich denn dafür bekommen würde. aber ich sagte ihr, dass sie mir nichts schulde und ich ihr wohl auch schlecht einfach ein stück pizza anbieten könne um danach eine gegenleistung zu verlangen. kurz drauf lächelte sie leicht ungläubig "so etwas ist mir noch nie passiert". "mir auch nicht", konnte ich ihr versichern.
stadtmitte stieg sie aus und wir wünschten uns noch gegenseitig ein schönes wochenende.

die küche? ich werd da jetzt mal ein wenig was wischen. bin schließlich küchendienst.

3 comments:

Yoram said...

die erzählung der begebenheit hat mir sehr gut gefallen. ich vermute mal das es eine pizza von «la dolce pizza» war. bei der hätt' ich auch nicht nein gesagt ...

bin begeistert. schreib mehr. ob hier oder woanders ist egal -- solange ich's lesen darf.

Eva said...

es gibt doch noch gute menschen auf der welt :)

Lidia said...

eine kurze Pause für die Werbung:

DOLCE PIZZA - die beste Pizza, seit ich in Deutschland bin!
Ich liebe es, wenn die Jungs mich Signorina oder Signora nennen, mich aber mit "tu" ansprechen!